Essstörung - Was ist das überhaupt? Hier ein Überblick!
S01:E01

Essstörung - Was ist das überhaupt? Hier ein Überblick!

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Staffel 1: Themenreihe: “Essstörungen verstehen

In dieser Folge möchte ich dir einen Überblick über die einzelnen Formen der Essstörungen geben und gehe dabei auf allgemeine Kriterien, sowie einzelne körperliche Symptome und Komplikationen ein.

Viel Spaß beim Hören der Folge!

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Hallo und Herzlich Willkommen beim Leichte Wege Podcast, der Podcast rund um das Thema

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Essstörungen für Betroffene, ihre Angehörigen sowie alle, die an dem Thema interessiert sind.

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Mein Name ist Michelle und ich bin der Host dieses Podcasts. Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim

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Hören dieser Folge. Hallo, ich freue mich, dass du zurück bist bei der ersten richtigen Folge des

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Leichte Wege Podcast. In dieser Folge möchte ich auf die diagnostischen Merkmale von den einzelnen

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Essstörungen eingehen. Ich werde hier auf die Anorexia nervosa, also die Magersucht,

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auf die Bulimia nervosa, also die Bulimie oder auch Ess-Brech-Sucht genannt und auf die Binge-Eating

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Störung eingehen. Natürlich gibt es noch viele weitere Formen der Essstörungen, aber der

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Übersicht halber möchte ich auf die anderen Essstörungen nicht weiter eingehen. Generell

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wird sich der Podcast primär auf die Anorexia nervosa konzentrieren und in einzelnen Folgen

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werde ich die Bulimia nervosa mal links und rechts anschneiden und die auch thematisieren.

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Heute möchte ich aber, wie schon gesagt, einen Überblick geben, welche Kriterien sind überhaupt

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wichtig, um die einzelnen Formen der Essstörung diagnostizieren zu können, um dann auch entsprechende

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Behandlungen einleiten zu können. Zunächst möchte ich auf die Anorexia nervosa eingehen.

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Hierbei gehe ich von diesen sogenannten ICD-11 Kriterien aus. Die ICD-11 Kriterien sind Teil

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eines Klassifikationssystems, das in der Medizin angewendet wird, um Diagnosen stellen zu können,

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vereinfacht gesagt. Bei der Anorexia nervosa ist das erste Kriterium, dass die Betroffenen

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ein signifikant erniedrigtes Körpergewicht aufweisen. Das liegt bei Erwachsenen in der

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Regel bei einem BMI unter 18,5 pro Quadratmeter Körperoberfläche. Das ist dann schon ziemlich

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niedrig. Des Weiteren ist es wichtig, dass das erniedrigte Körpergewicht nicht durch

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einen anderen medizinischen Grund, also zum Beispiel eine andere Erkrankung, körperliche

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Erkrankung oder durch die mangelnde Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln bedingt ist. Das niedrige

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Körpergewicht sollte außerdem begleitet werden von Anhaltenden, Verhaltensweisen oder

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Mustern, die einer Gewichtszunahme entgegenwirken. Das können unter anderem eine reduzierte Energiezufuhr

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sein, also durch restriktives Essverhalten oder auch gegenregulatorische Maßnahmen, die

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ergriffen werden, wie zum Beispiel selbstinduziertes Erbrechen. Auch die Steigerung des Energieverbrauchs

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gehört dazu, zum Beispiel durch exzessive körperliche Aktivität. Des Weiteren sollten

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die Betroffenen auch eine Angst vor einer Gewichtszunahme aufweisen. Und das Körpergewicht

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bzw. die körperliche Figur nimmt eine zentrale Rolle bei der Selbsteinschätzung ein und

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oft sehen sich die Betroffenen mit einer verzerrten Eigenwahrnehmung, sie finden ihr eigenes Körperbild

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in der Regel zu dick. Es sei noch gesagt, dass Frauen von der Anorexie Nervosa in der

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Regel 8-15 mal häufiger betroffen sind als Männer. Und die Lebenszeitprävalenz der

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Magersucht liegt für Erwachsene zwischen 0,3 und 0,9%. Die Lebenszeitprävalenz, ich erkläre

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es kurz, die sagt quasi die Auftretenswahrscheinlichkeit aus, also wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit

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im Laufe eines Erwachsenenlebens an dieser Erkrankung zu erkranken. Ja, noch erwähnt werden sollte,

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dass es natürlich auch Risikogruppen gibt. Dazu gehören zum Beispiel Leistungssportler*innen,

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Tänzer*innen, Kunstturner*innen, Models. Ja, dies jetzt erstmal zur Anorexie Nervosa.

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Jetzt möchte ich noch einmal auf die Bulimie eingehen. Bei der Bulimie sei gesagt, dass

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hier nicht von Nöten ist, dass die Betroffenen ein Untergewicht aufweisen. Es geht bei der

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Bulimie vielmehr um eine andauernde Beschäftigung mit dem Essen und darum, dass die Betroffenen

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regelmäßigen Essattacken ausgesetzt sind. Sie konsumieren dabei große Mengen von Nahrung

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in kurzer Zeit. Und dieses Verhalten sollte in einem Zeitraum von drei Monaten mindestens

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zweimal pro Woche gezeigt werden. In der Regel versuchen die Betroffenen dem dickmachenden

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Effekt der Nahrungsmittel durch verschiedene Verhaltensweisen entgegenzuwirken. Das kann

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dann passieren durch den Gebrauch von Appetitzüglern oder auch durch den Missbrauch von Abführmitteln

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oder auch durch selbstinduziertes Erbrechen. Ja, und es besteht auch bei den Betroffenen

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eine sehr große Furcht davor, dick zu werden und oft setzen sie sich scharf definierte Gewichtsgrenzen,

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die deutlich unter einem als gesund betrachtetem Körpergewicht liegen. Hier sei gesagt, dass

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auch Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. In der Regel beginnt die Erkrankung

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etwas später als die Anorexie und ein Beginn vor der Pubertät oder auch bei Frauen über

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40 Jahren ist ziemlich selten. Und bei der Bulimie liegt die Lebenszeitprävalenz zwischen

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0,2 und 1,6 Prozent und ist damit etwas häufiger als die Anorexie. Im Folgenden möchte ich

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jetzt noch auf die Bing-Eating-Störung eingehen. Hier zeigen die Betroffenen auch regelmäßige

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Essanfälle über einen Zeitraum von drei Monaten mindestens einmal pro Woche. Die Betroffenen

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leiden in der Regel erheblich darunter. Im Gegensatz zur Bulimie steuern die Betroffenen

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den Essanfällen aber nicht entgegen und so kann die Bing-Eating-Störung oft mit Übergewicht

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oder auch einer Adipositas einhergehen. Ja, die Lebenszeitprävalenz für diese Erkrankung

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oder diese Form der Essstörung liegt zwischen 2,3 und 3,5 Prozent für Frauen und 0,8 bis

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2 Prozent für Männer. Genau, und bei dieser Störung liegt der Beginn meist in der Adoleszenz

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oder im frühen Erwachsenenalter. Ja, zuletzt sei noch gesagt, dass es gar nicht immer so

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leicht ist, die einzelnen Formen der Essstörung so ganz klar voneinander abzugrenzen, wie es

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die Kriterien hergeben. Vielleicht kennst du es auch von dir selbst, dass deine Essstörung

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nicht jeden Tag gleich aussieht und sich einzelne Phasen vielleicht abwechseln oder diese ineinander

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übergehen. Du solltest jetzt nicht unsicher sein, wenn du diese Folge gehört hast, genau

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die Kriterien geben lediglich einen Rahmen vor und erleichtern es, Diagnosen zu stellen.

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Wie immer freue ich mich über deine Fragen oder Inspiration, die du mir sehr gerne per

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mir schreiben kannst. Ich freue mich, wenn du das nächste Mal dabei bist und wünsche

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dir alles Liebe, Deine Michelle.

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Das war's mit dieser Folge des Leichte Wege Podcast. Ich hoffe, sie hat dir gefallen.

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Wenn ja, dann lasse mir für diesen Podcast gerne eine Sternebewertung da. Falls du keine

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Folge verpassen möchtest, abonniere den Podcast auch gerne. Ich freue mich immer über deine

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Fragen, Inspiration oder Feedback. Schreib mir dazu einfach eine Mail unter info@leichtewege.de.

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Alles Liebe, Deine Michelle.

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Leichte Wege 2024